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Silur

Das Silur ist in der Erdgeschichte das dritte chronostratigraphische System (bzw. Periode in der Geochronologie) des Paläozoikums. Der Zeitabschnitt des Silur dauerte von vor etwa 443,7 Millionen Jahren bis etwa vor 416 Millionen Jahren. Das Silur folgt auf das Ordovizium und wird vom System des Devon abgelöst.

Silur

 

435 - 410 Millionen Jahre - Der Großkontinent EURAMERIKA entsteht

 

435 - 410 Millionen Jahre - Der Großkontinent EURAMERIKA entsteht.


Name: Nach den Gebiet der "Silurer", eines keltischen Volksstammes in Süd-Wales, Großbritannien.

  • Ur-Nordeuropa und LAURENTIA driften zusammen und bilden EURAMERIKA.
  • Sedimente des Kaledonischen Meeres werden dadurch gestaucht und zum Kaledonischen Gebirge aufgefaltet.
  • EURAMERIKA entsteht - ein Großkontinent von dauerhafter Stabilität.
  • Vermischung der Meeresfaunen von Ur-Nordeuropa und LAURENTIA.
  • Erste Fische mit Kiefern.
  • Fische und riesige Meeresskorpione bewohnen die Brackwasser-Gebiete.
  • Das Leben drängt aufs Land.


Die Welt:
Ur-Nordeuropa und LAURENTIA driften in Höhe des Äquators aufeinander zu. Sie kollidieren im Spät-Silur, wobei die Ablagerungen des Kaledonischen Meeres zu Gebirgen aufgefaltet werden (Schottland, Norwegen, West-Schweden). Der so entstandene Großkontinent EURAMERIKA bleibt über 300 Millionen Jahre, bis zum Ende des Mesozaikums, bestehen. Das allgemein warme Klima führt, wie im Ordovizium, zu weiträumigen Meeresüberflutungen. Entsprechende Klimazeugen sind Salzlager im Bereich der äquatorialen Kontinente (Nordamerika, Sibirien) und ausgedehnte Riff-Ablagerungen in den warmen Flachmeeren (Gotland, Australien).

Europa:
In Europa bleiben die im Ordovizium vorgezeichneten drei Großmeere erhalten: Kaledonisches Meer (IAPETUS) im Norden, Skandinavisch-baltisches Flachmeer im Osten und die PALÄOTETHYS im Süden. Für küstenferne Ablagerungen sind weiterhin Graptolithen-Schiefer bezeichnend (Wales, Harz, Thüringisches Schiefergebirge, Spanien), für Flachwasser-Ablagerungen - z.T. in Küstennähe Riff- oder Orthoceren-Kalke (Gotland, Baltikum) und Brachiopoden-Pflaster und -Schille (England, Oslo-Gebiet). Erst im Spät-Silur lagern sich auf dem Festland Sandsteine und Schiefertone ab, die rot verwittert sind (England, Oslo-Gebiet).

Fauna und Flora:
Die Vermischung der Faunen von Ur-Nordeuropa und LAURENTIA begünstigt die Vielfalt der Riff-Gemeinschaften von Korallen, Stromatoporen, Crinoiden, Bryozoen und Kalkalgen (Gotland, Niagara/USA). Formenreich und weit verbreitet sind Graptolithen, Conodonten und Brachiopoden. Mit den gepanzerten Placodermen erscheinen die ersten primitiven Kieferfische. Sie besiedeln ebenso wie die riesigen, bis 2 m großen Seeskorpione (z.B.Eurypterus) die Flachmeer- und Brackwasserbereiche. Nach den ersten Landpflanzen im Ordovizium tauchen im mittleren Silur die ersten Gefäßpflanzen auf (Cooksonia sp.). Im Ober-Silur gibt es bereits eine gut entwickelte, jedoch kleinwüchsige Flora mit zwei Entwicklungslinien: Ur-Farne und Ur-Bärlappe (Rhyniophyta und Lycophyta). Sie bildet den Lebensraum für Tausendfüßer und andere Arthropoden.

Berühmte Fundstätten:
Oslo, Shropshire, Gotland.

The convergence and collision of LAURENTIA and ancestral northern Europe, which began already in late Ordovician, intensifies, with the formation of the Caledonian fold belts at the sutures of the plates. Remains of the ancient mountains occur in the Maritime Provinces of Canada, New England (USA), Scotland, Scandinavia. The climate is prevailingly warm. Abundant red sediments and evaporites are formed in continental areas as a result of periodic aridity. The evolution of land plants that began in late Ordovician continues, with a rather abundant and diverse but low-standing land cover by late Silurian, offering habitat for primitive scorpions and other arthropods.

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by Dr. Radut