Skip to Content

Ordovizium

Das Ordovizium ist das zweite chronostratigraphische System (bzw. Periode in der Geochronologie) des Paläozoikums in der Erdgeschichte. Das Ordovizium begann vor etwa 488,3 Millionen Jahren und endete vor ca. 443,7 Millionen Jahren. Es wird vom Kambrium unterlagert, die Schichten des Kambriums sind also die ältesten des Paläozoikums. Auf das Ordovizium folgt das Silur.

Ordovizium

 

510 - 435 Millionen Jahre - Weltweite Vorherrschaft der Meere

 

510 - 435 Millionen Jahre - Weltweite Vorherrschaft der Meere


Name: Nach den Gebiet der "Ordovizier", eines keltischen Volksstammes in Nord- Wales, Großbritannien.

  • BALTICA und Teile von Mitteleuropa vereinigen sich zu Ur-Nordeuropa.
  • Allgemein warmes Klima und große Meeresüberflutungen.
  • Entfaltung der wirbellosen Meerestiere, insbesondere der kalkschaligen Brachiopoden und der Cephalopoden.
  • Abkühlung, Rückzug der Meere und Massensterben am Ende des Ordoviziums.


Die Welt:
Der nördliche Teil des heutigen Mitteleuropas spaltet sich als Mini-Kontinent vom großen Südkontinent GONDWANA ab und schließt sich im Spät-Ordovizium mit BALTICA zu Ur-Nordeuropa zusammen. Nordafrika als Teil von GONDWANA liegt am Südpol. Das Abschmelzen der Eiskappen infolge allgemein warmen Klimas bewirkt einen globalen Anstieg des Meeresspiegels. Das führt zu weiträumigen Meeresüberflutungen. In LAURENTIA und SIBIRICA überwiegt tropisches Klima. Dort breiten sich die ersten Korallen-Riffrasen aus. In den Lagunen wird Meerwasser eingedampft, so daß sich Dolomit-Gips-Salz-Folgen (Evaporite) abscheiden. Im Osten von Nordamerika enthalten im jüngeren Ordovizium entstandene, mächtige Deltasandsteine Hinweise auf erste echte Landorganismen (fossile Böden und Pflanzenreste).
Auf diese warme Periode folgen gegen Ende des Ordoviziums vier Eiszeiten.

Europa:
Im Kaledonischen Meer (IAPETUS) wurden bis zu 10.000 Meter mächtige Sedimente und Vulkanite abgelagert (Schottland, Norwegen), östlich davon, im Skandinavisch-baltischen Flachmeer, in der gleichen Zeit nur etwa 100 Meter mächtige Kalke (Öland, Estland). Mitteleuropa wird teils vom flachen, teils vom tiefen Wasser des TORNQUIST-Meeres und des PALÄOTETHYS-Ozeans umschlossen. Ur-Südeuropa gehört noch zu GONDWANA und liegt dicht am Südpol.

Fauna und Flora:
Die Wirbellosen (Invertebrata) entwickeln eine große Formenvielfalt - wie z. B. die Graptolithen in den Hochseegebieten oder die Trilobiten, kalkschalige Brachiopoden und Cephalopoden in den Flachmeeren. Die frühen Wirbeltiere erleben schon im Ordovizium ihren ersten bescheidenen Aufschwung in Gestalt der kieferlosen Fische. Es entstehen die ersten Landpflanzen im mittleren Ordovizium. Gegen Ende des Ordoviziums, wahrscheinlich wegen der plötzlichen Klimaverschlechterung, löscht ein globales Massensterben zahlreiche Tiergruppen insbesondere unter den Cephalopoden, Trilobiten, Graptolithen und Conodonten aus.

Berühmte Fundstätten:
Schweden, Baltikum, Ohio, Anticosti Island.

During the Ordovician, parts of what became northern Europe separate from GONDWANA to join BALTICA, forming ancestral northern Europe. The sea-level is high until late Ordovician because of warmth and consequent lack of polar ice. The continents are mostly covered by water, e. g. LAURENTIA and SIBIRIA. Evolution of marine invertebrates, especially of orthocone cephalopods, brachiopods, trilobites and graptolites accelerates. Jawless fish begin the evolution of vertebrates. Near the end of the Ordovician, dramatic cooling causes glaciation, drop of sea-level, and worldwide marine regression, probably responsible for both mass extinction of marine animals and the first colonization of the continents by very primitive land plants, of which we have only microscopic fragments.

Inhalt abgleichen



by Dr. Radut