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Tertiär

Mit dem Begriff Tertiär bezeichnet man informell den geologischen Zeitabschnitt der Erdneuzeit vor Beginn des Quartärs. Das Tertiär begann vor 65 Millionen Jahren (Ende der Kreidezeit) und dauerte bis zum Beginn der Klimaveränderung vor rund 2,6 Millionen Jahren, in deren Folge das Eiszeitalter im Quartär einen Wechsel von Kalt- und Warmzeiten brachte. Das Klima auf der Erde war im Tertiär wesentlich wärmer als heute. Nach dem Massenaussterben der großen Saurier und vieler anderer Tierarten am Ende der Kreidezeit entwickelte sich hauptsächlich im Tertiär die Tier- und Pflanzenwelt, wie wir sie heute kennen.

Tertiär

 

65 - 1,6 Millionen Jahre - Beginn der Erdneuzeit - Säugetiere beherrschen das Land

 

65 - 1,6 Millionen Jahre - Beginn der Erdneuzeit - Säugetiere beherrschen das Land


Name: Nach einer alten Einteilung in Primär- (=Präkambrium), Sekundär- (=Paläo- und Mesozoikum), Tertiär- und Quartär-"Gebirge" .

  • Hebung der großen Faltengebirge (Alpen, Himalaya).
  • TETHYS-Meer verschwindet weitgehend.
  • Ausgedehnter Vulkanismus
  • Kontinente erhalten ihr heutiges Aussehen.
  • Explosive Entfaltung der Säugetiere und Blütenpflanzen


Die Welt:
Im Alt-Tertiär trennt die TETHYs noch Afrika, Arabien und Vorderindien vom eurasiatischen Kontinent. Zwischen Europa und Nordamerika besteht eine Landbrücke, die einen Austausch der Säugetierfaunen ermöglicht.
Im Jung-Tertiär wird die TETHYS durch die Hebung der großen Faltengebirge (Alpen, Himalaja) weitgehend eingeengt und Indien durch die himalajische Gebirgsbildung an Asien geschweißt. Nord- und Südamerika erhalten eine Landverbindung im Panama-Gebiet. Die Polgebiete und Kontinente nähern sich ihren heutigen Positionen und erhalten allmählich ihre jetzige Gestalt an. Ende des Alt-Tertiärs beginnt ein deutlicher Temperaturrückgang, der sich durch das Jung-Tertiär fortsetzt.

Mitteleuropa:
Nach dem Rückzug des Kreide-Meeres werden im Tertiär die Schelfgebiete und festländischen Becken allmählich wieder überflutet. Diese sind durch einen mehrfachen Wechsel von Meerwasser-, Brackwasser- und Süßwasser-Sedimenten gekennzeichnet. Kurzzeitig verbindet eine Meeresstraße durch den Rheingraben und die Hessische Senke das Mittelmeergebiet mit der Nordsee. In den Vorsenken der Mittelgebirge entstehen aus ausgedehnten Wäldern in subtropischem und tropischem Klima große Braunkohle-Lagerstätten. Im Jung-Tertiär werden die Alpen zum Hochgebirge. Dadurch wird ein vom Alpenvorland bis nach Asien reichendes Meeresbecken, die PARATETHYS, von der TETHYS abgeschnürt. Die PARATETHYS löst sich schließlich in große Brack- und Süßwasserseen auf. Einhergehend mit der Gebirgsbildung kommt es vielerorts zu intensivem Vulkanismus (Vogelsberg). Gegen Ende des Tertiärs zieht sich das Meer aus Norddeutschland zurück. Auch das Alpenvorland (Molassebecken) wird Festland.

Fauna und Flora:
Nach dem.Aussterben der Dinosaurier entfalten sich auf dem Land die Säugetiere zu größter Blüte. Allmählich modernisiert sich die Pflanzenwelt aufgrund der niedriger werdenden Temperaturen. Es entstehen durch Austrocknung Savannen und Steppen, in denen sich eine vielfältige Säugetierfauna entwickeln und ausbreiten kann. Gräser und Asterngewächse werden mit Beginn des Jung-Tertiärs sehr wichtig. Im Meer kommen nach dem Verschwinden der Ammoniten nun bestimmte Muscheln und Schnecken, aber auch die kurzschwänzigen Krebse zu großer Entfaltung. Kennzeichnend für das Alt-Tertiär sind Großforaminiferen (Nummuliten). Unter den Fischen entwickeln die Haie und modernen Knochenfische eine große Artenvielfalt. Auch Meeressäuger (Wale, Seekühe) gehören zum Faunenbild.

Berühmte Fundstätten:
Messel, Geiseltal, Pariser Becken, Greenriver Becken in Wyoming, White River in South Dakota.

In the Tertiary the alpidic mountain chains develop, accompanied by extensive volcanism and the breakup of the TETHYS Sea. The continents gradually reach their present positions and assume their modern shapes. Late in the Pliocene the Isthmus of Panama connects North and South America. The present stand of the continents is the highest in earth history, which is directly related to the vast expansion of deserts in semi-arid lands. It is probably also related to the decrease in earth temperature which results in formation and expansion of Antartic ice sheets as early as Oligocene, and eventually to continental-scale glaciation in the northern Hemisphere, beginning in late Pliocene. Plants respond to increased dryness and coldness by developing the decidous and herbaceous habits. The evolution of grasses along with composites and other drought-resistant shrubs in the Oligo-/Miocene provides appropriate vegetation for dry-cold (steppe) and dry-warm (savannah) areas. Mammals respond by massively "radiating" into all of the new niches and display notably greater relative brain size and complexity needed to cope with the increasingly demanding environment.

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by Dr. Radut